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Thema "burn - out"

Einführung in das Thema

Der Schrei!!!

Ventil eines überwältigenden Angstgefühles

Was wird eigentlich unter "burn - out" verstanden? Wieso hört und liest man plötzlich überall dieses Wort?

Das Wort "burn-out" kann wohl noch jeder übersetzen. "Ausgebrannt".
Diese Bezeichnung einer seelischen Störung werden Sie heute noch vergeblich in einem der grossen Diagnoseschlüssel (ICD-10, DSM IV) der Psychiatrie finden.
Doch was ist nun wirklich damit gemeint? Und was ist so anders als all die bekannten psychiatrischen Diagnosen?

Die Wahrheit ist: Die Diagnose "burn-out" unterscheidet sich in keinster Weise von den bekannten Diagnosen wie:
depressive Episode; reaktive Depressio; larvierte Depressio oder die Diagnosen aus dem Kreise der Angststörungen oder all den kombinierten Diagnosen aus Depression, Angst, Somatoforme Störungen und Schlafstörungen.

Hinter der Ausbreitung dieser vermeintlich "neuen" Diagnose steckt ein klares System, eine klare Idee, die ich voll und ganz unterstützen kann:
Viele Menschen, vorallem Männer scheuten sich vor einer psychiatrischen Diagnose. Es war wie ein Stigma: Es bedeutete nichts anderes als "ich spinne, ich bin verrückt" und es war sehr schwer, anderen Menschen, Mitarbeitern usw. mitzuteilen: "Ich habe eine Depression oder Angsstörung. Das war ein Makel, ein Stempel.
Mit diese neuen Diagnose sieht das nun ganz anders aus: Man kann es erzählen, man kann dazu stehen; Es ist "IN" und bereits viele kommen und sagen, ja, das habe ich auch schon gehabt. MAN WIR NICHT MEHR ABGESTEMPELT. Und das ist gut so. Auch wenn dahinter nichts anderes stekt als die klassischen, bekannten psychiatrischen Diagnosen. Es wurde "salonfähig".

Ich möchte auf den folgenden Seiten, auf gewisse Ausdrucksformen eines "burn-out" eingehen.
Da mir in meiner Praxis eine deutliche Zunahme von Angststörungen in jeglicher Färbung aufgefallen ist, werde ich diese Ausdrucksform eines "burn - out" als erstes etwas ausführlicher behandeln.

1) ANGSTSTÖRUNG
(die anderem Themen sind in Bearbeitung und werden nach und nach aufgeschaltet)

Angst
, ein Gefühl mit einer sehr wichtigen physiologischen Funktion wird zu einer Krankheit.
WIE kann es dazu kommen und WAS kann es auslösen; WER ist gefährdet?
Gibt es das überhaupt: Angst als psychiatrische Krankheit und wenn ja, muss sie oder sollte sie behandelt werden? Und was ist der Weg zur Heilung?
Viele offene Fragen. Wenige Antworten. Viele Erklärungsmodelle und noch mehr "empfohlene Wege", die von allen möglichen psychiatrischen, psychologischen, internistischen und alternativen Fackleuten kommen.

Mein Ziel ist es,
...... dass Sie am Schluss mögliche Ursachen einer Angststörung erkennen und verstehen können; eine Idee dafür bekommen, was für therapeutische Möglichkeiten es wirklich gibt und wie lange so ein "krankhafter Zustand" bleiben kann oder umgekehrt: Wie lange es dauert bis man behaupten kann, wieder Angst in den Situationen zu bekommen, wo es eine normale physiologische Funktion ist! Wichtig ist, hier zu erwähnen, dass das Gegenteil, der angstfreie Zustand, mindestens ebenso krankhaft ist, wie die Angststörung; ja ich würde sagen nicht nur mindestens genau so krank, sondern auch noch sehr gefährlich.

Ob ich all diese, etwas hoch gesteckten Ziele erreiche, weiss ich nicht. Wie immer: 1.) hoffe ich es, denn sonst müsste ich es ja gar nicht versuchen und
2.) werde ich mein Bestes geben, was heisst,
alles was möglich ist!

Und schon sind wir eigentlich mittendrin im Thema; denn obgenannte 2 Punkte sind immer die Voraussetzung zur Heilung und zwar zur Heilung jeglicher Form von Krankheit. Ist weder der Wille zur Heilung noch die Hoffnung auf eine Heilung vorhanden, wird diese praktisch unmöglich! MERKEN SIE SICH DIES UNBEDINGT UND ARBEITEN SIE IMMER WIEDER DARAN, WENN EINER DIESER 2 PUNKTE ZU VERSAGEN BEGINNEN.

Was ich hier noch erwähnen möchte
Meine Auffassungen von "psychisch krank sein", sowie deren "therapeutische Möglichkeiten" entsprechen vollumfänglich den Ansätzen der "humanistischen Psychologie", "Antipsychiatrie" und der "neuen, kritischen Psychiatrie"!!

"ANGST" als eine gesunde Funktion des Lebens

Leider wird der Begriff "Angst" oder die Aussage: "ich habe Angst" von der heutigen Gesellschaft sehr negativ bewertet. Somit besteht bei jedem Menschen dieser Gesellschaft im Unterbewusstsein die Implikation "Angst haben ist nicht gut; es ist peinlich; zeugt von Schwäche". Gefragt ist der sogenannte "angstfreie" Mensch (ob wirklich "angstfrei" oder "gespielt angstfrei" ist der Gesellschaft egal). Nur er hat die Kraft und die Stärke das Leben erfolgreich zu meistern und die Fähigkeiten ein grosses Unternehmen zu führen oder einfach "aufzusteigen", in allen Belangen der sozialen Organisation. Was diese "Gesellschaftsnorm" für Auswirkungen auf den Einzelnen hat, ist oder kann verheerend sein.
Denn wenn Sie ein eher ängstlich, vorsichtiger Mensch sind, dann haben Sie es unter solchen Normen sehr schwer, zu bestehen und "sich wohl zu fühlen". Ja, es kann sogar zum grossen inneren Konflikt kommen zwischen ihrem "unerwünschten" Angstgefühl und Ihrem von sich selber nun geforderten "angstfrei" sein. Hier können Spannungen entstehen, die sich bereits in neurotischen Ausdrücken an der Oberfläche zeigen.

Aus oben angeführten Gründen, möchte ich erstmals Angst als ein gesundes und überaus wichtiges Grundgefühl aller Lebewesen aufzeigen und damit vielleicht mithelfen kann, dass mehr Menschen zu ihrer leicht ängstlichen Verfassung stehen und sie auch zum Ausdruck bringen, als mit allen möglichen Mitteln nach Innen zu verdrängen und einen "angstfreien Menschen" zu markieren.

Da es natürlich recht grosse individuelle Unterschiede bezüglich der Angst als normales, gesundes Gefühl gibt (quantitativ, wie qualitativ), werde ich Ihnen hier nur die grundsätzlichen, archetypischen Aufgaben des Phänomens Angst darstellen.
Was die Angst oder Ängstlichkeit bei Ihnen noch für einen eigenen "touch", eine eigene, spezielle Aufgabe hat, die auch als normal und gesund gesehen werden kann, weiss ich nicht. Es gibt da aber eine riesige Vielfalt. Und immer sind sie ganz normal!

Im folgenden stelle ich kurz die, für die Lebewesen wichtigsten Funktionen der Angst dar:

"ANGST" ist eines unserer wichtigsten "Steuerungssysteme und hilft uns:
-
vor Gefahren zu schützen; in dem wir durch dieses Gefühl in einen "Bereitschaftszustand" versetzt werden
- Richtige Entscheidungen zu treffen; die, wenn man auf die innere Stimme (auch die Angst) hört, in Einklang mit sich selber sind.
- Grenzen zu setzen; indem wir durch das Angstgefühl etwas unterlassen oder vorsichtiger tun.
- Sich selbst besser kennen zu lernen; seine Bedürfnisse, Wünsche, Hoffnungen und Ziele; sowie Abneigungen und Aggressionen

Sie können erkennen, wie wichtig dieses, häufig so verhasste und abgelehnte Gefühl für uns ist.
Ein angstfreies Leben gibt nicht! Ein vollkommen angstfreier Mensch ist letztlich nicht überlebensfähig, da er lebensnotwendige Grenzen nicht erkennen kann.
Deshalb ist für mich "Angstfreiheit" eine echte "psychische Störung". Sie ist nicht mit dem Leben, über längere Zeit, vereinbar.

Gedanken zur Psychiatrie


Bewor ich mit der offiziellen Psychiatrie weiterfahre und Ihnen aufzeige, wie heute psychische Krankheiten klassifiziert werden und wie die Klassifizierungsschematas entstanden und wer der Meister der Diagnosen ist, möchte ich noch kurz meine Meinung als Mensch, Allgemeinmediziner und Homöopath zum Besten geben.

Wie bereits erwähnt bin ich heute Anhänger der humanistischen Psychiatrie, bei uns auch "Antipsychiatire" genannt. Veröffentlichungen von Psychiater die diese Psychiatrieform unterstützen und praktizieren finden Sie unter http://www.antipsychiatrieverlag.de. Die Auffassung die hier vertreten wird unterscheidet sich recht grundlegend von der "offiziellen" Psychiatrie.
Es wird die Frage aufgeworfen, wieso wir hier in der westlichen Welt einen solchen Boom an "psychisch - kranken Menschen" erleben und als Folge davon ein massiver Konsum an legagen oder illegalen Drogen!
Häufig sind es unerträgliche Lebensbedingungen welche bei vielen Menschen zu psychischen Krisen führen. Solche unerträglichen Lebenssituationen entstehen beispielweise durch Konkurenzdruck am Arbeitsplatz, mangelnde Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb der Familie oder durch die Isolierung in Wohngettos. Ausserdem sind wir alle im wachsenden Masse direkt bedroht durch die Umweltzerstörung.

Klassifizierungsschematas: ICD10; DSM IV

DIE AKTUELLEN, OFFIZIELLEN KLASSIFIZIERUNGSSCHEMATAS in der Psychiatrie:

Der "ICD-10": international classification of diseases; das offizielle Krankheitsklassifikationsschema der WHO

Das DSM-IV: diagnostic and statistical manual of mental disorders; dies ist das psychiatrische Klassifikationsschema, herausgegeben von der "american psychiatric association" und gilt heute nicht nur in Amerika sondern auch bei uns als Standartmanual für psychische Erkrankungen. Seit der 4. Revision wird dieses Schema in viele Sprachen übersetzt und gilt als "Bibel der Psychiatrie", da es neben der Klassifikationen auch Ausführungen zu den Diagnosen und Therapien enthält.

"Krankhafte" Angst ist in beiden Klassifizierungsschematas an verschiedenen Orten klassifiziert. Der Grund dafür ist, dass das Gefühl "Angst" und folglich auch die krankhafte Ausprägung dieses Gefühles, etwas sehr zentrales in unserem Leben ist. Wie bereits gesagt hat es eine extrem wichtige Funktion in unserem Leben. Deshalb ist die Chance, eine übersteigerte Angst zu entwickeln recht gross, bei gewisser, anlagebedingter Anfälligkeit und entsprechend schlechten äusseren Bedingungen.
Somit kann sich dieses zentrale Gefühl auch in jeglichem psychiatrischen Problemkreis zeigen und krankhaft übersteigert sein, oder sogar als eigenständiges Krankheitsbild, wo die Angststörung das zentrale Symptom ist, sich manifestieren.
Deshalb findet man es sowohl unter den neurotischen, wie auch den affektiven und psychotischen Störungen.


Überblick über den allgemeinen Aufbau des ICD-10:

Im ICD-10 sind die Störungen betreffend Angstgefühlen im Fachgebiet Psychiatrie, welches mit dem Buchstaben F bezeichnet wird, klassifiziert.
Das Hauptkapitel
, welches mit einem Buchstaben bezeichnet wird, ist also das jeweilige medizinische Fachgebiet.
Innerhalb dieses Hauptkapitels (Fachgebiet) gibt es dann wiederum Kapitel, Haupt- und Unterrubriken;
Angststörungen sind z.B. in den Kapiteln Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4) und
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F6) zu finden.
In diesen jeweiligen Kapiteln gibt es dann wieder, zur weiteren/feineren Unterscheidung, Haupt- und Unterrubriken, was beim Kapitel F4 folgendermassen aussieht:

F40: PHOBISCHE STÖRUNGEN(= Hauptrubrik), mit den Unterrubriken
F40.0 Agoraphobie, mit oder ohne Panikstörung
F40.1 soziale Phobie
F40.2 spezifische Phobie
F40.3 sonstige phobische Störungen, usw.

Dieser Aufbau wird im ganzen ICD-10 exakt so durchgezogen. Im DSM-IV ist er sehr ähnlich.

Abschliessend möchte ich hier noch kurz etwas über den Begriff "Angst" erwähnen:

Angst ist nicht gleich Angst:
Man unterscheidet 4 verschiedene Arten von Angstgefühlen:
(jeder Ausdruck zeigt eine gewisse Färbung der Angst)

Die ANGST:
Hier tritt die Angst in Abhängigkeit von bestimmten Situationen auf. Z.B. die Prüfungsangst oder Ängste in der Nacht oder Dunkelheit usw.

DIE
BEFÜRCHTUNG: Objektiv nicht begründbare zukunftsorientierte Sorge um etwas Bestimmtes

DIE PHOBIE: Hier ist die Angst an etwas ganz Bestimmtes gebunden. Z.B die Platzangst (Agarophobie) oder die Angst vor bestimmten Tieren usw.

DAS MISSTRAUEN: Das Gefühl, dass Etwas oder Jemand einem einen Kummer oder Schaden zufügen könnte.

DIE PANIK: Eine sehr starke und qualvolle Form von Phobie oder Angst. Es ist also ein quantitativer Aspekt der Angst.

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