Homoeopathie und psychische Erkrankungen
Allgemeines

Die stille Krankheit
Hilflosigkeit, Unverständnis, Alleingelassen, Ausgeschlossen
Betrachtet man die Geschichte der modernen Psychiatrie, das heisst derjenigen Psychiatrie die den Geisteskranken erstmals als Mensch mit einer Krankheit sah und folglich versuchte ihn zu therapieren, kommt man nicht drumherum, Hahnemann - noch vor Philippe Pinel - als Wegbereiter dieses neuen Psychiatrieverständnisses zu betrachten.
Anstatt, wie es damals üblich war, "Irre" in sogenannte Narrenhäuser zu sperren , wo sie angekettet und geschlagen wurden und am Wochenende von der Bevölkerung gegen ein Eintrittsgeld besichtigt und geneckt werden konnten, eröffnete er 1792 eine private Anstalt, die er unter streng humanen Bedingungen und grossen Opfern, leitete.
Ich glaube, dass man die Art und Weise, wie damals mit psychisch kranken Menschen umgegangen wurde und was Hahnemann davon hielt, am Besten aus dem Anhang des Paragraphen 228 aus seinem "Organon der Heilkunst" ersehen kann.
So schreibt Hahnemann in diesem Anhang:
"Man muss über die Hartherzigkeit und Unbesonnenheit der Ärzte in mehreren Krankenanstallten dieser Art erstaunen; ohne die wahre Heilart solcher Krankheiten auf dem einzig hülfreichen, homöopathisch arzneilichen Wege zu suchen, begnügen sich diese Grausamen, jene bedauernswürdigsten aller Menschen durch die heftigsten Schläge und andre quaalvollle Martern zu peinigen. Sie erniedrigen sich durch dies gewissenlose und empörende Verfahren tief unter den Stand der Zuchtmeister in Strafanstalten, denn diese vollführen solche Züchtigungen nur nach Pflicht ihres Amtes und an Verbrechern, jene aber scheinen ihre Bosheit gegen die voraus gesetzte Unheilbarkeit der Geistes- und Gemüths-Krankheiten, im demüthigenden Gefühle ihrer ärztlichen Nichtigkeit, durch Härte an den bedauernswürdigen, schuldlosen Leidenden selbst auszulassen, da sie zur Hülfe zu unwissend und zu träge zur Annahme eines zweckmässigen Heilverfahrens sind".
Mit seinem Wirken, auch in der Psychiatrie, zeigte Hahnemann ganz klar, dass die Homöopathie effektiv eine ganzheitliche Medizin ist und die gefundenen Gesetze für Krankheiten auf allen Ebenen des menschlichen Seins gelten.
Homöopathie und Psychiatrie im Speziellen

Hoffnung
So kann man sicherlich sagen, dass mit der homöopathischen Therapie jegliche "geistig - emotionelle Abweichung von der Norm" behandelt werden kann.
Der Weg zu Heilung ist vielfach ein längerer Prozess, da es sich praktisch immer um chronische Krankheiten mit Beginn erster Symptome Jahre zuvor, handelt. Eine psychische Erkrankung entwickelt sich praktisch nie aus dem NICHTS (wenn wir die Traumatas ausschliiessen).
Eine Besserung der Beschwerden kann trotzdem häufig schon nach kurzer Zeit erreicht werden. Da die Homöopathie aber keine symptomatische Therapie ist und auch nicht einen solchen Anspruch erhebt, ist das Ziel immer HEILUNG. Zur symptomatischen Therapie ist die Schulmedizin viel geeigneter!!
Leider sind häufig noch viele, das Leiden weiter unterhaltende äussere Faktoren vorhanden, die es IMMER schwierig machen, einen schnellen und guten Verlauf zu erhalten.
DEPRESSION
Bei dieser massiv zunehmenden "Volkskrankheit" wird die Homöopathie mit ihrer ganzheitlichen Herangehensweise und Erforschung des ganzen Umfanges des Leidens eine immer bedeutendere Rolle spielen.
Davon bin ich, aufgrund meiner Erfahrungen mit der Therapie sowohl mittels Schulmedizin als auch Homöopathie, überzeugt.
Ob man parallel noch eine psychologische Therapie als sinnvoll betrachten kann, hängt vom Einzelfall ab. Die Entscheidung fälle ich meistens im Gespräch mit dem Patienten.
Die Etiketierung einer psychischen Krankheit ist für die Homöopathie im Grossen und Ganzen unwichtig, da die Therapie in keiner Art und Weise von dieser "Namensgebung" abhängt. Für uns ist der ganze Umfang des Leidens mit ihren Symptomen und Ausdruckswiesen, sowohl auf psychischer, wie auch auf körperlicher Ebene wichtig.
So erkennen wir das "Gesamtbild", welches sich fast immer aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt und können entsprechend diesem Bild unser homöopathisches Mittel finden, welches dem Patienten helfen wird, auf den Weg zurück zur psychischen und physischen Harmonie zu gelangen. Meist braucht es dafür nicht nur 1 Mittel, da die Heilung, genau wie die Entwicklung der Krankheit über Stufen verläuft. Aber nie werden Mittel kombiniert, da wir genau wissen wollen, wieweit uns ein bestimmtes Mittel begleitet um dann auch das nötige Folgemittel zu finden.
Die Namensgebung kann aber dem psychisch Leidenden helfen, seiner Krankheit ein Gesicht zu geben und damit besser mit ihr umzugehen. Psychische Leiden haben ja bereits dieses "Unangenehmen" des "Nicht-Fassbaren" an sich. Es ist da, aber niemand kann etwas sehen. Somit ist es gerade für den Patienten auch sehr schwer, seinem Umfeld klar zu machen, dass er krank ist. Und zwar geanu so krank, wie wenn er eine Infektion oder sonst eine Organkrankheit hätte.
Hier stösst er ja immer wieder an Grenzen. Das Umfeld sieht nichts und kann auch nichts krankhaftes berühren und doch ist da eine Krankheit, die tödlicher sein kann, als viele andere Organkrankheiten.
DESSEN SOLLTE MAN SICH, GERADE ALS ANGEHÖRIGER IMMER BEWUSST SEIN.
Psychische Krankheiten haben eine Sterberate, die eine der höchsten unter allen Krankheiten ist!!
Ich glaube auch, dass wir Homöopathen immer häufiger 1. Anlaufstelle psychisch in Not geratener sein werden, da die Ettiketierung praktisch wegfällt. Man geht ja nicht zum Psychiater. Und trotzdem ist die Zeit, das Wahrnehmen des leidenden Menschen und das Mitfühlen mindestens eben so gross, wie bei einem Psychiater. Nicht weil wir eine entsprechende Ausbildung genossen, sondern weil wir, individuell, ein Mittel suchen müssen. Und dafür brauchen wir eben den ganzen Ausdruck der Krankheit.
Zur Heilung ist schlussendlich aber auch in der Homöopathie eine Krankheitseinsicht notwendig. Doch glücklicherweise helfen uns da die homöopathischen Mittel sehr. Denn häufig bringen sie dem Patienten etwas zum Bewusstsein, was ihn aufhorchen lässt. Und plötzlich ist da ein Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas versteckt ist, was schon lange nicht mehr wahrgenommen wurde. Und dieses "Sehen" und "Spühren" führt den Patienten langsam an die wahre Ursache des Leidens und er wird bereit, dieses "Etwas" genauer anzuschauen.
| Selbsthilfegruppe für Schwangerschaftsdepressionen (www.mutterglueck.ch) |
| Selbsthilfegruppe zur Bewältigung von Depressionen: Verein Equilibrium |
andere psychiatrische Diagnosen&Therapie
Ich möchte hier mit den Themen der allgemeinen Psychiatrie abschliessen.
Mit der Diagnose "Depression" habe ich bereits EIN sehr grosses Krankheitsbild der Psychiatrie angeschnitten. Dies aber auch nur oberflächlich.
Ich möchte unter dem Stichwort "BURN OUT", eine Diagnose die immer populärer wird, ein spezielles Untergebiet herausnehmen und etwas ausführlicher darstellen. Dies damit Sie etwas vertrauter werden mit der heutigen Klassifizierung von psychischen Krankheiten mit den gängigen Klassifizierungsschematas (ICD10 und DSMIV) und auch erkennen oder erfühlen können, wie die menschliche Psyche heutzutage verschnippselt wird und als ein eigenes Organ, abgesetzt vom Rest des Körpers betrachtet wird.
Ich habe mir dazu das Thema Angststörungen ausgewählt.
Wenn Sie hier genug von Homöopathie und Psychiatrie gelesen haben, dann haben Sie folgende Möglichkeiten:
Sie können offene Fragen bezüglich Ihrer Erkrankung und der therapeutischen Möglichkeiten mit Homöopathie über das Kontaktformular an mich senden,
oder das Ganze einfach als interessanten Artikel ansehen und weitergehen.
Mit herzlichen Grüssen..........................Markus Flück
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