ADS-Erwachsene
Themenüberblick
Allgemeines zum Thema
IST ADS/ADHS eine Krankheit oder nicht?
ADS/ADHS Klassifizierung im ICD-10 & DSM-IV
Mögliche Ursachen oder Auslöser
Positive Seiten des Syndromes
Therapiemöglichkeiten der Krankheit
Meine Meinung bzgl. sinnvoller ADS/ADHS - Therapie
Allgemeines zum Thema

Chaos
Seit den 60er Jahren sind als Funktionsstörungen bei Kindern und Jugendlichen das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) und das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) bekannt.
Beiden Syndromen typisch, ist die Aussage, dass die Betroffenen "nicht können, was und wie sie wollen".
Das liegt daran, dass die Betroffenen, wenn sie sich etwas vornehmen, sich ständig von neuen Dingen ablenken lassen, mit dem Ergebnis, dass sie nichts beenden und ihnen zielorientiertes Handeln nicht gelingt. Das Gegenteil kann ebenfalls der Fall sein: Wenn sie eine Sache besonders interessiert, können sie so sehr darauf fixiert sein, dass sie ihre Umwelt und alles andere um sich herum vergessen, was unter Umständen sowohl für sie, als auch für die Umwelt gefährliche Auswirkungen haben kann (z.B. im Strassenverkehr oder bei der Bedienung von elektrischen Geräten....)
Gedanklich verlieren sie durch die Dinge, die ihnen sozusagen "dazwischenfunken", auch ihren "roten Faden".
Durch die der Störung eigene Wahrnehmungsverzerrung fühlen sich die Betroffenen leicht von ihrer Umwelt angegriffen und oft missverstanden.
Bei manchen Betroffenen führt dies dazu, dass sie sich lieber mit sich selbst beschäftigen, wodurch sich ihre eingeengte, egozentrische Weltsicht verstärkt, ebenso wie ihr "Ich-bin-anders"-Gefühl, unter dem sie in früheren Jahren als die Störung noch nicht bekannt war, zum Teil lebenslang gelitten haben.
Wie sich daraus entnehmen lässt, wird ein Kind mit ADS/ADHS auch ein Erwachsener mit ADS bleiben, es verändert sich allerdings das Störungsbild in seinen Auswirkungen, d.h., der Betroffene kann u.U. über viele Jahre je nach Lebensführung und -umständen praktisch beschwerdefrei leben.
IST ADS/ADHS eine Krankheit oder nicht?
Noch recht häufig stösst man auf die Meinung, dass Störungen der Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität den Menschen vertraute Phänomene seien und deswegen weniger von einer medizinischen Krankheit als von allgemeinen Eigenschaften, die bisweilen als störend erlebt werden, gesprochen werden sollte.
Andere bestreiten sogar generell, dass es überhaupt ADS/ADHS gibt, und vertreten die Auffassung, dass die modernen Industriegesellschaften mit ihren speziellen Lebensbedingungen für dieses Verhalten verantwortlich sind!
| Wichtig ist es, sich in diesem Kontext zu vergegenwärtigen, dass hier nicht jene Aufmerksamkeits-/Konzentrationsmängel gemeint sind, die jeder Mensch kennt, z.B. wenn er müde oder gereizt ist und sich nicht mehr konzentrieren kann. Es geht auch nicht um Unruhe und Zappeligkeit in spezifischen Belastungssituationen! |
Vielmehr handelt es sich gerade NICHT um SITUATIONSBEZOGENE, sondern um seit der Kindheit bestehende und ÜBERDAUENRDE STÖRUNGEN der Aufmerksamkeit mit oder ohne Hyperaktivität, Impulsivität und Konzentrationsstörungen, die SICH DURCHGÄNGIG in FAST ALLEN LEBENSBEREICHEN manifestieren.
Diese Störungen erweisen sich gegenüber äusseren Einwirkungen als wenig veränderlich.
ADS/ADHS Klassifizierung im ICD-10 & DSM-IV
ADS/ADHS ist von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als Krankheit anerkannt und in ihrem Diagnosesystem (ICD-10), wo alle anerkannten Krankheiten systematisiert und definiert sind, als diagnostische Kategorie enthalten!
Wichtig ist es, zu erwähnen, dass ADS/ADHS weltweit auftritt und in allen sozialen Schichten beobachtet werden kann.
Unten sehen sie, wie die ADS/ADHS - Erkrankung im DSM-IV (dem internationalen Diagnosesystem, speziell für psychisch-mentale Krankheiten) klassifiziert und unterteilt wird.
Im DSM-V, also der 5. Revision dieses internationalen Diagnosemanuals das etwa 2010 erscheinen wird, werden die ganzen, zur Zeit sehr spährlich klassifizierten ADS/ADHS - Diagnosen, noch viel detaillierter aufgeschlüsselt werden.
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Mögliche Ursachen oder Auslöser
Auslöser bzw. Ursache der beschriebenen Symptome (Unkonzentriertheit, mangelnde Ausdauer und Langeweilegefühle) ist bei den betroffenen Menschen eine generelle Überaktivität der Zellen im Gehirn (elektrische Potentiale), verstärkt durch die Reizvielfalt und Reizüberflutung aus der Umwelt. Dies geschieht z.T schon in der Kindheit, in der sich zwei verschiedene Syndrom-Typen erkennen lassen:
Die "Hyperaktiven", die "Zappelphilipp"-Verhalten zeigen und
die "Träumer", die zwar unauffällig wirken, jedoch durch geistige Abwesenheit und Langsamkeit der Reaktionen v.a. im Leistungsbereich beeinträchtig sind (nicht obligatorisch).
Der genaue Ort und die genaue elektrische- und biochemische Störung ist noch immer ungeklärt. Viele Theorien, die durch Forschung aufgestellt wurden, haben sich zerschlagen.
Positive Seiten des Syndromes
Menschen mit ADS haben/machen aber nicht nur Schwierigkeiten, sondern sie besitzen auch eine Menge an sehr positiven Seiten, welche mann auch als Ressourcen verwenden kann:
So verfügen sie oft über eine ausgeprägte Improvisationsfähigkeit, sind nicht nur schnell zu begeistern, sondern haben auch viele kreative Ideen und sind sehr phantasievoll. Sie sind selten bis nie nachtragend oder länger böse über etwas.
Weiter besteht häufig eine ausgeprägte Neugier und Risikobereitschaft, sowie eine rasche Auffassungsgabe und starke Flexibilität.
Viele, die eben ADS haben, verfügen über eine sehr sonnige und heitere Grundstimmung.
Therapiemöglichkeiten der Krankheit
Auch die Therapie des ADS/ADHS bei Erwachsenen ist, wie die Therapie des ADS/ADHS der Kinder, von vielen Vorurteilen, Falschinformationen und Ideologien geprägt!
Die Therapieansätze sind auch hier sehr different, sowohl aus obgenannten Gründen, wie auch aus Gründen der Ansprechbarkeit der Symptome/Erkrankung.
Ganz objektiv kann man folgende Therapieansätze als wirkungsvoll bezeichen:
1) Pharmakotherapie:
Psychostimulanzien: Methylphenidat ( Ritalin©, Concerta© ); Amphetaminsalze ( Adderall© ); d-Amphetamin ( Dexamin© )
Noradrenerge Substanzen: Beeinflussung des Noradrenalin-Stoffwechsels (Botenstoff im Gehirn): Despiramin;
Reboxetin ( Edronax© ), Atomoxetin
Serotoninerge/Noradrenerge Substanzen: Venlafaxin ( Efexor© ), Duloxetin
Andere: Bupropion ( Zyban© ), Modafinil ( Modasomil© ), Guanfacine, Clonidin (Catapresan©)
2) Komplementärmedizinische Therapien:
klassische Homöopathie
Akupunktur
Ganzheitlich Biologische Medizin
3) Psychologische Therapien:
Psychotherapie
Familientherapie
Psychoedukation
Coaching
Nur die Therapieoptionen 1) und 3) werden von der Schulmedizin als wirkungsvoll anerkannt.
Die komplementärmedizinischen Therapien werden sehr skeptisch, meist sogar als wirkungslos beurteilt, obwohl, wie im Kapitel "Homöopathische Therapie des ADS/ADHS bei Kindern" dargestellt, die mittels Studien ermittelten Resultate der homöopathischen Therapie sehr positiv waren.
Meine Meinung bzgl. sinnvoller ADS/ADHS - Therapie
Die homöopathische Therapie ist zwar sehr wirkungsvoll, was ja die oben erwähnte Studie von H. Frei bewies, nimmt aber, bis dass das Resultat als "befriedigend", "gut", "sehr gut" oder sogar "geheilt" bezeichnet werden kann, einige Zeit in Anspruch (1/2 bis 1 1/2 Jahre).
Diese Zeit kann, bei ausgeprägter ADS/ADHS Symptomatik sehr aufreibend für den/die Patienten/Patientinnen sein.
Denn die Krankheit kann als sehr einschränkend auf die beruflichen Möglichkeiten, wie auch auf die sozialen Verbindungen und Kontakte empfunden werden und objektiv auch sein.
Im weiteren kann das ganze Familiengefüge und die Partnerschaft massiv darunter leiden und, bei der obgenannten Zeitspanne die die homöopathische Therapie einfach braucht, bis die Besserung so richtig einsetzt und erkenn- und spürbar ist, sogar zerbrechen.
Diese Konsequenzen, die während der Zeit in der die homöopathische Therapie noch nicht greift entstehen können, gilt es, meiner Meinung nach, zu verhindern.
Deshalb kann ich, auch als sehr überzeugter homöopathischer Arzt, einer vorübergehenden schulmedizinischen Therapie mit Stimulantien oder anderen schulmedizinischen Medikamenten bedenkenlos zustimmen.
! ! A C H T U N G !!
| Es darf nicht vergessen werden, nach guter medikamentöser Einstellung, die komplementärmedizinische Abklärung und Therapie (bevorzugt: Klassische Homöopathie, da hier am meisten Daten, bezüglich der Wirksamkeit vorliegen) parallel zur Schulmedizin, in die Wege zu leiten! |
Denn mit der schulmedizinischen Therapie haben sie keine Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen. Dies ist nur mittels komplementärmedizinischer Informationstherapie (ganzheitlich biologisch, homöopathisch) möglich.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, steht es Ihnen frei, sich mit mir mittels Kontaktformular in Verbindung zu setzen.
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