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ADS/ADHS; Homöopathie eine relevante Alternative?

Uebersicht über die Themen



Allgemeines zu Heredität oder Vererbung
Begriffliches: ADS/ADHS oder Hyperaktivität
Erklärungsansätze ADS/ADHS
Methoden zur Erfassung des ADS/ADHS
Allgemeine Therapiemöglichkeiten des ADS/ADHS
Homöopathische Therapie des ADS/ADHS bei Kindern
Interessante Links

Allgemeines zu Heredität oder Vererbung


Die Neugeborenen und Säuglinge sind meist noch sehr unbelastet von äusseren physischen und psychischen Einflüssen.
Doch kommt der neue Erdenbürger nicht als "unbeschriebenes Blatt" auf die Welt.
Wie Sie sicherlich aus Erfahrung wissen, ist jedes Neugeborene anders; sowohl bezüglich der körperlichen Verfassung (dünn, gross, kräftig, eher dick, zart, klein usw.), als auch in der Art, wie es bereits in den ersten Minuten auf die Umwelt reagiert (still, wimmern, schreien, zittern usw.). Wir nennen das die angeborene Konstitution und meinen damit seine seelische, geistige und körperliche Verfassung. Diese Konstitution beinhaltet aber auch eine ganz bestimmte Art von Krankheitsanfälligkeit, was wir Disposition oder Anfälligkeit nennen.

Begriffliches: ADS/ADHS oder Hyperaktivität

Aus: "Struwelpeter"


Sie zählen zu den "notorischen Störenfrieden" der Kindergartengruppe oder sie sind "der Schrecken jeder Schulklasse und vorallem Lehrer und Lehrerin": sogenannte "hyperaktive Kinder".

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Bericht in der Tageszeitung, Elternratgeber usw. erscheint.
Dabei wurde der Prototyp eines "hyperaktiven Kindes" schon 1845 beschrieben: die Figur des Zappelphilipp's aus Dr. Heinrich Hoffmann's Kinderbuch "Der Struwelpeter".

So ganz neu ist diese Verhaltensauffälligkeit also nicht.
Wobei man ganz klar sagen kann und muss, dass die oben erwähnte Figur des "Zappelphilipp's" nur gerade 1 Symptomatik des ADHS - Syndromes hat.
Und diese Symptomatik ist nur EIN obligarorisch vorhandenes Symptom des ADHS -, nicht aber des ADS - Syndromes!
Sieht man sich die diagnostischen Kriterien des ICD-10 (=Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision) an und speziell noch die Kriterien des DSM-IV (=Internationale Klassifikation NUR der psychisch/mentalen Krankheiten, in der IV. Revision) an, so erkennt man sofort, wie schwer es ist, die Diagnose ADS/ADHS zu stellen.
Dies ist sicherlich ein gewichtiger Grund, wenn man als Eltern den Verdacht hat, dass eine der oben genannten Syndrome bei ihrem Kind vorliegen könnte, einen/eine versierte und schon fast auf ADHS/ADS spezialisierte/spezialisierten PsychiaterInn zu konsultieren.
Auf die einzelnen Symptome und die genaue Zusammensetzung der Symptome, die vorhanden sein müssen, um die Diagnose ADS/ADHS zu stellen, will ich hier nicht weiter eingehen, denn diese finden sie auf vielen, eingschlägigen Homepage's (siehe auch die unten erwähnten, verlinkten Homepage's)

Erklärungsansätze ADS/ADHS

Spielend lernen

Für hyperaktive Kinder und deren Spielkamerädchen ein schweres Unterfangen!


Wie die vielen unterschiedlichen Begriffe schon zeigen, gibt es kein einheitliches Bild dieser Störung. Die verschiedenen Komponennten - Unruhe oder Passivität, Impulsivität, Ablenkbarkeit, kurze Aufmerksamkeitsspanne aber auch Schreckhaftigkeit, Irritierbarkeit, Aneigung gegen Berührung, Schlafstörungen, Ernährungsschwierigkeiten und psycho-motorische Entwicklungsverzögerung treten in unterschiedlich hohen Anteilen auf.
Hinzu kommen noch sogenannte "sekundäre" Auswirkungen auf die soziale, emotionale und kognitive (den Verstand betreffende) Entwicklung.

Im Vordergrund stehen, will man es ganz kurz sagen, eigentlich Störungen der Reizverarbeitung. Untersuchungen machen in erster Linie genetische Faktoren für diese Störung verantwortlich. Zwillingsstudien ermittelten eine "Erblichkeit" für diese Krankheit von 80% (Gjone, Sundet, Stevenson, zit. nach Barkley, 1999)

Kranheitserklärungsmodelle

Bottenstoffe sind chemische Stoffe, die die Übermittlung von Informationen von einem Nerv zum Anderen vollführen. Dieser Botenstoff kann entweder den nächsten Nerven aktivieren, oder hemmen.
Bei einer verminderten Wahrnehmungsschwelle sind die Kinder nicht in der Lage, die auf sie einströmenden Reize zu filtern und sich auf Einzelheiten zu konzentrieren und dabei zu bleiben. Unbedeutende Kleinigkeiten lenken bereits ab.
Aber auch eine erhöhte Wahrnehmunsschwelle kann zu Hyperaktivität führen! Diese Kinder benötigen ständig optische, akustische und haptische Reize und setzen alles daran, diese zu erhalten. Ihr Reizfilter ist zu dicht und lässt kaum Impulse durch.
Aber auch prä- oder perinatale Einflüsse sind von Bedeutung: Alkohol- und Tabakkonsum, oder auch schwere traumatische Einflüsse während der Schwangerschaft.
Zur Rolle der Ernährung gibt es verschiedene Standpunkte. Calatin (1992) zum Beispiel hält Zucker, Lebensmittelzusatzstoffe (besonders Glutamat), sowie Phosphate für mitverantwortlich. Andere Autoren lehnen diese Theorie wiederum ab.


Bezüglich dem verantwortlichen Botenstoff (=Neurotransmitter), war man lange Zeit der Meinung, dass es sich um DOPAMIN handeln muss und zwar um einen Mangel dieses Stoffes. Diese Theorie hat sich aber zerschlagen, da man mit Medikamenten die Dopamin hemmen, eine leichte VERBESSERUNG der ADS-Symptomatik erreichen kann!!
Am meisten wird heute von einer Störung der MAO-(Stoff im Gehirn, der gewisse Überträgerstoffe abbaut) Aktivität gesprochen. Insbesondere auch, weil das klassische ADS-Medikament, RITALIN, auf die MAO-Aktivität hemmend wirkt.
Wie Sie sehen, gibt es höchstens wissenschaftliche Theorien. Aber noch keine eindeutigen Beweise.

Und es darf nicht vergessen werden, dass auch gesellschaftliche Normen mitbestimmen, wann ein Kind "hyperaktiv" ist! In unserer verstädterten, bewegungsrestriktiven Gesellschaft kann bereits ein leicht überdurchschnittlich aktives Kind die Idee der Diagnose "Hyperaktivität" aufkommen lassen. Hinzu kommt, dass unruhiges und aggressives Verhalten auch eine Folge von geistiger Unter- oder Überforderung sein kann. Hyperintelligente Kinder werden, wenn ihre Begabungen nicht erkannt werden und ihnen nicht entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, schnell zu sogenannten "schwererziehbaren Störenfrieden", genauso wie vermindert intelligente Kinder.
Wobei hier das Wort "Intelligenz" wirklich nur im Sinne von reiner wissenschaftlich-kognitiven Funktion gebraucht wird.

Wie man also sehen kann, spielen fast immer eine Kombination von verschiedenen Umständen eine Rolle, damit sich ein ADS/ADHS entwickeln kann.
Meist eine Kombination von ererbter Veranlagung (Miasma oder Fehlfunktionen im Stoffwechsel der zentralen Nervenstrukturen/Gehirn) und "schlechten" äusseren Bedingungen, die dazu führen, dass diese Anlage oder "Schwachstelle (Diathese) aktiviert wird und zu einer manifesten Erkrankung führt.

Methoden zur Erfassung des ADS/ADHS


Durch diese, oben erwähnte Kombination von Ursachen und auch noch der ganz verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten des ADS/ADHS, ist es praktisch unmöglich, dass der "nicht-spezialisierte Psychiater oder Psychologe" diese Diagnose mit grosser Sicherheit stellen kann. Denn es gilt auch noch, diese Diagnose von verschiedenen anderen, dem ADS/ADHS sehr ähnlichen Erkrankungen abzugrenzen.

Ich kann und will Ihnen hier also nur ein ganz einfaches "Verdachtsschema", die "Connerskala" zur Hilfe anbieten. Sie kann aber helfen, ihren bereits vorhandenen Verdacht noch etwas zu erhärten.

Hier können Sie diese Connerskala (pdf-Format) [469 KB] , mit einem Doppelklick auf den Link, downloaden.

Füllen Sie diesen Verhaltensanalysebogen, der Fragen und Ja/Nein Antworten enthält, an das Kind denkend, alleine für Sich aus.
Wenn die Auswertung, die auf diesem Bogen zu machen ist, den Verdacht erhärtet, empfehle ich Ihnen, einen, auf ADS/ADHS spezialisierten Psychiater/Psychologen, mit dem Kind aufzusuchen.
Dieser wird dann, mit ausführlichen neuro-psychologischen Tests, die Diagnose mit grosser Sicherheit stellen oder eben verneinen können.

Allgemeine Therapiemöglichkeiten des ADS/ADHS


Die Therapie des ADS/ADHS bei Kindern, ist von vielen Vorurteilen, Falschinformationen und Ideologien geprägt!

Deshalb möchte ich Sie hier als Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, sowie als ausgebildeter Homöopath SVHA, der sich intensiv mit der Problematik befasst hat, so objektiv wie möglich informieren!

Die Therapieansätze und somit die Möglichkeiten der Besserung der Symptomatik bis zur Heilung des ADS/ADHS sind sehr different, vorallem auch aus obgenannten Gründen.

Ganz objektiv kann man folgende Therapieansätze als wirkungsvoll bezeichen:

1) Pharmakotherapien (grösste Diskussion):
Psychostimulanzien:
Methylphenidat ( Ritalin©, Concerta© ); Amphetaminsalze ( Adderall© ); d-Amphetamin ( Dexamin© ); Neuroleptika: Risperidon ( Risperdal©)
andere Wrikstoffe mit noch fraglicher Wirksamkeit und Einsetzbarkeit beim Kind

2) Komplementärmedizinische Therapien:
klassische Homöopathie

Akupunktur
Ganzheitlich Biologische Medizin

3) Psychologische Therapien:
Psychotherapie
Familientherapie

Psychoedukation
Coaching

Homöopathische Therapie des ADS/ADHS bei Kindern


ADS und ADHS werden bereits seit vielen Jahre homöopathisch behandelt, sodass unterdessen viele Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild existieren. Der Erfolg der Homöopathie in der Behandlung des ADS ist augenscheinlich.
Dies bewies auch die gerade erst veröffentlichte Studie zur "Homöopathischen Behandlung von hyperaktiven Kindern". Das Studiendesign wurde so gewählt, dass es soweit wie möglich den Anforderungen der Schulmedizin entspricht (randomisiert, placebo-kpntrolliert, doppelblind).
Das ganze Projekt wurde an der Universität Bern mit Hilfe eines interdisziplinären Teams durchgeführt. Studienleiter war unter anderen Dr.med.H. Frei von Laupen/BE, der sich bereits seit vielen Jahren besonders stark mit diesem Thema beschäftigt.

Die Resultate sind überaus beeindruckend.
NZZ am Sonntag zitierte F. Kaufmann, Leiter der Neuropsychologie der Kinderklink, Inselspital Bern, eigentlich ein Homöopathie-Skeptiker: "Seit seiner Teilnahme an dieser Studie sei er nicht mehr abgeneigt, auch auf Homöopathie bei ADS zu setzen".
So ist nun schriftlich, dass die Homöopathie bei ADS/ADHS bei Kindern eine gewichtige Therapie-Option ist!

Ich gebe aber folgendes zu bedenken:

Die komlemetärmedizinischen Therapien, und das zeigten auch die Studien von H. Frei bezüglich der homöopathischen Therapie, nehmen, bis dass das Resultat als "befriedigend", "gut", "sehr gut" oder sogar "geheilt" bezeichnet werden kann, einige Zeit in Anspruch (1/2 bis 1 1/2 Jahre). Diese Zeit kann bei einem Kind mit ausgeprägter ADS/ADHS Symptomatik sehr aufreibend für die ganze Familie sein. Auch bezüglich schulischer Ausbildung kann eine solche Zeit natürlich Einfluss auf die Möglichkeiten haben, eine höhere Schulausbildung zu erreichen (weil das Kind zum Zeitpunkt der Entscheidung: höhere Schulstufe oder nicht, gerade noch nicht soweit in der Therapie ist) und damit die berufliche Zukunft massiv beeinträchtigen.  


Deshalb kann ich, auch als sehr überzeugter homöopathischer Arzt, bei entsprechend ausgeprägter Symptomatik und somit starker Einschränkung der Möglichkeiten des Kindes, sowie der Gefärdung des ganzen Familienlebens/Partnerschaft, einer vorübergehenden schulmedizinischen Therapie mit Stimulantien oder anderen dem betroffenen Kinde helfenden Medikamenten bedenkenlos zustimmen.

Es darf aber nicht vergessen werden, nach guter medikamentöser Einstellung, parallel zur schulmed. Therapie, eine komplementärmedizinische Abklärung und Therapie (bevorzugt: Klassische Homöopathie, da hier am meisten Daten, bezüglich der Wirksamkeit vorliegen) in die Wege zu leiten.

Denn mit der schulmedizinischen Therapie haben sie keine Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen. Dies ist nur mittels komplementärmedizinischer Informationstherapie (ganzheitlich biologisch, homöopathisch) möglich.

Interessante Links


Ich möchte Ihnen hier noch 2 wichtige Links zu sehr guten Homepages angeben:
Mitglieder sind

http://www.elpos.ch/start.htm (Eltern- und Angehörigenverein von ADS/ADHS - Kinder in der Schweiz)

http://www.sfg-adhs.ch (Schweizerische Fachgesellschaft für ADS/ADHS. In dieser Fachgesellschaft haben sich Psychiäter und Psychologen, die sich sehr intensiv mit dieser Krankheit beschäftigt haben, zusammengetan.



Downloads


denkschriftkindweb.pdf [717 KB]



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