Die homöopathischen Heilmittel
THEMENÜBERSICHT
ZUSAMMENSETZUNG
AUFBEWAHRUNG UND HALTBARKEIT
WIRKSTOFFE
SYMTOMENSAMMLUNGEN
DIE EINTEILUNG DER MITTEL IN FAMILIEN
Zum Beispiel: PFLANZENMITTEL
ANWENDUNG DER HEILMITTEL
ZUSAMMENSETZUNG
Homöopathische Heilmittel gibt es sowohl in flüssiger, als auch in fester Form. Allen bekannt sind die sogenannten Globuli. Dies sind Milchzuckerkügelchen, welche mit einem bestimmten potenzierten Wirkstoff getränkt sind. Jedes einzelne Globuli enthält also die Information EINES BESTIMMTEN WIRKSTOFFES (z.B. Phosphorus, Arnica, Sepia usw.).
Gewisse Potenzierungen verschreibt man aber gerne in flüssiger Form, wie z.B. die Q-Potenzen. Dies sind alkoholische Lösungen des Wirkstoffes. Sie werden vor der Einnahme meist noch in Wasser verdünnt.
AUFBEWAHRUNG UND HALTBARKEIT

Aufbewahrung der fertigen Kügelchen
Die homöopathischen Mittel sollten vor hohen Temperaturen und direktem Sonnenlicht geschützt werden. Deshalb werden sie häufig in braunen Fläschchen ausgeliefert oder anderen "nicht-lichtdurchlässigen" Transportmedien.
Ueber die Haltbarkeit ist eine riesige Diskussion ausgebrochen. Eigentlich sind homöopathische Mittel, wenn sie richtig aufbewahrt werden, unendlich lang haltbar!
Da das Arzneimittelgesetz aber bei allen Arzneimitteln (homöopathische Mittel gelten seit einer gewissen Zeit auch als arzneiliche Mittel, die diesem Gesetz unterstehen) einen Aufdruck der max. Haltbarkeitszeit verlangt, hat man sich, soviel ich weiss, auf eine Haltbarkeit von 5 Jahren geeinigt.
Mein Tipp: Schmeissen Sie die, gem. Arzneimittelgesetz abgelaufenen homöopathischen Mittel nicht weg! Sie könnten weiterhin sehr nützlich sein!
WIRKSTOFFE
Nun stellt sich natürlich, nach der Darstellung der grundsätzlichen Zusammensetzung homöopathischer Heilmittel die Frage, was denn nun das ist, was man als DEN WIRKSTOFF bezeichnen kann.
Die Antwort ist eigentlich sehr einfach: ALLES WAS BEI GESUNDEN MENSCHEN SPEZIFISCHE SYMPTOME HERVORRUFEN KANN.
Aus der Natur werden sowohl ganze Pflanzen, Mineralien oder Tiere verwendet, wie auch von den Pflanzen oder Tieren produzierte Säfte oder Giftstoffe. Auch industriell hergestellte Stoffe werden verwendet, wie zum Beispiel: Coca Cola oder Schokolade.
Im weiteren werden auch Materialien aus krankhaften Prozessen, wie zum Beispiel Eiter aus spezifischen Infektionsprozessen, aber auch ganze Bakterien- oder Virenkulturen, oder von gewissen Bakterien produzierte Giftstoffe (Tetanustoxin) homöopathisch verarbeitet. Mittel, die hieraus entstehen nennt man NOSODEN! mehr dazu>>>
Es gilt zu bedenken, dass diese Materialien immer nach den homöopathischen Gesetzen der Mittelherstellung massiv verrieben, verdünnt und verschüttelt, also potenziert werden, sodass am Schluss des Verarbeitungsprozesses im eigentlichen Sinne nur noch die Information, die diesen Ursprungsstoffen eigen ist, übrigbleibt.
Diese potenzierten Ursprungsstoffe sind unsere Wirkstoffe!
| CACTUS GRANDIFLORUS "Königin der Nacht" | SILICEA "Siliziumdioxid" | CROTALUS HORRIDUS | NOSODE |
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| Dies ist eine PFLANZE und gehört zur Familie der Cactaceae, also den Kaktusgewächsen. | Dies ist ein MINERAL und wird allgemeingebräuchlich als Quarz oder Bergkristall bezeichnet. | Dies ist ein TIER und gehört zur Familie der Reptilien. Sie wird allgemeingebräuchlich als Klapperschlange bezeichnet. | Mikroskopischer Abstrich eines Entzündungsprozesses |
SYMTOMENSAMMLUNGEN
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man die riesigen Mengen an Symptome, die man durch Arzneimittelprüfungen erhalten hat, einigermassen sinnvoll ordnen kann. Dafür wurden erstmals sogenannte Symptomensammlungen eines jeden geprüften homöopathischen Mittels angelegt.
Jeder der homöopathisch tätig ist kennt aber die nicht zu unterschätzende Problematik, die Übersicht über all die Mittel und ihre entsprechenden Symptome zu behalten. Denn hier liegt ja der Kern der homöopathischen Verschreibung.
Gemäss den bereits erwähnten homöopathischen Gesetzen, müssen ja die in den Prüfungen am Gesunden erhaltenen Symptome in Ähnlichkeit zu den vom kranken Menschen berichteten und vom Homöopathen beobachteten Symptome gebracht werden, um so das heilende Mittel zu eruieren.
Um hier etwas Hilfestellung zu bieten, haben einige grosse zeitgenössische Homöopathen versucht, eine Systematik in die Mittel und ihre hervorgebrachten Symptome zu bringen.
Eine dieser Systematiken möchte ich Ihnen im Folgenden etwas näher vorstellen:
DIE EINTEILUNG DER MITTEL IN FAMILIEN
Die Einteilung der Mittel in Familien (z.B. Tiermittel, mit den verschiedenen Untergruppen [Meeresmittel, Nesseltiere, Weichtiere usw], Pflanzenmittel [wieder mit den vielen Untergruppen], Minerale, Salze usw.) bezüglich ihrer natürlichen wissenschaftlichen Gruppenzusammengehörigkeit ist eine Herangehensweise, die vorallem von Jan Scholten und Rajan Sankaran kräftig gefördert wurde.
Die Familieneinteilung der Ausgangsstoffe homöopathischer Mittel in ihre natürlichen Naturreiche und die Herauskristallisierung der typischen Symptomenkomplexe dieser Familien hilft vorallem:
Eine 1. Grobdifferenzierung von Mittelgruppen zu machen und auch, von sehr seltenen Substanzen/Mitteln, von denen es noch keine richtigen homöopathischen Prüfungen gibt, Symptomenkomplexe aus der Familienzugehörigkeit abzuleiten und somit auch "einsetzbar" zu machen.
Durch das Einsetzen solcher Mittel kommen dann viele klinische Erfahrungen von Symptomen, die eindeutig mit dem Mittel geheilt wurden dazu. Und so entsteht dann langsam auch ein fast vollständiges "Arzneimittelbild".
Zum Beispiel: PFLANZENMITTEL
Im Folgenden möchte ich Ihnen, nur im Rahmen eines kleines "Abrisses", anhand der Pflanzenmittel zeigen, wie 1.) der höchste Familiennamen, die erste Zusammengehörigkeit gibt und 2.) die in dieser Familie vorhandenen einzelnen Pflanzen, im Rahmen des Hauptthemas der höchsten Familie, ihre eigene Ausprägung des Hauptthemas hat. Diese Arbeit beruht fast vollständig auf der Arbeit von R. Sankaran, einer der bekanntesten indischen Homöopathen.
Sie finden also in der folgenden Tabelle folgendes:
1. Spalte den Familienname der Pflanzengruppe
2. Spalte die Empfindungen die sehr charakteristisch für alle Mitglieder dieser Pflanzenfamilie sind
3. Spalte die "passive Reaktion" auf einen "Störfaktor"
4. Spalte die "aktive Reaktion" auf einen "Störfaktor"
5. Spalte die "Kompensationen", die typischerweise Mittel aus dieser Pflanzenfamilie versuchen zu unternehmen, wenn der "Störfaktor" nicht beseitigt werden kann und so eine Dysharmonie stehen bleibt.
Ich habe beispielhaft nur die ersten beiden Pflanzenfamilien ausgearbeitet
Zur Familie der Anacardiacea gehören folgende Pflanzen/Mittel:
Anacardium orientale, Anacardium occidentale, Comocladia dentata, Mangifera indica, Rhus aromatica, Rhus diversiloba, Rhus glabra, Rhus radicans, Rhus toxicodendron, Rhus venenata, Schinus molle
Zur Familie der Berberidaceae gehören folgende Pflanzen/Mittel:
Berberis aquifolium, Berberis vulgaris, Caulophyllum, Podophyllum peltatum
| EMPFINDUNG | PASSIVE REAKTION | AKTIVE REAKTION | KOMPENSATION | |
| ANACARDIACEAE | gefangen, starr, gespannt, Spannung, steckt fest, Krämpfe, Drücken | gelähmt, unbeweglich | Bewegung bessert, besser im Haus, besser beim Sitzen. Beginn der Bewegung verschlechter, Ruhelosigkeit, Sitzen verschlechter. Sitzt fest und mächte sich ständig bewegen | immer in Bewegung |
| BERBERIDACEA | Plötzliche, intensive, schnelle Veränderung auf psychischer wie auch körperlicher Ebene | Verwirrung, Dumpfheit/ Trägheit, geistige Erschöpfung, Verwirrung in Bezug auf die Identität, Verwirrung durch Unterbrechung,/ Störung | Schneller Wechsel des Ortes und der Charakteristik | Schnelle Anpassungsfähigkeit an eine sich verändernde Situation. Ist fähig, sich schnell und entsprechend der Veränderung umzustellen. |
Erarbeitung der Themen/Symptome
Die Themen der "Familien" wurden mittels der Symptome in den Repertorien erarbeitet und zwar etwa in der Form, dass Rubriken/Symptome gesucht wurden, wo mind. 3 Mittel dieser Familie vorkommen und nur wenige aus anderen Familien.
Diese Rubriken wurden dann zusammengenommen und eine Essenz erarbeitet, mit der jede dieser Rubriken abgedeckt wurde, so dass ein sogenanntes "Zentralmotiv" entstand.
Dieses Zentralmotiv wurde dann wieder zurück auf die einzelnen Rubriken angewandt um zu schauen ob dies ein "Obertitel" oder eben eine Essenz sein könnte.
Auf dieselbe Art und Weise wurden die
- Mineralischen Mittel, bearbeitet und
- die tierischen Substanzen (Schlangen, Spinnen usw.) ausgewertet. Die Resultate waren verblüffend, wie man gut in den Büchern von R. Sankaran verfolgen kann.
ANWENDUNG DER HEILMITTEL
Was also brauchen wir eigentlich um ganz nach den Vorgaben Hahnemann's ein Arzenimittel soweit zu kennen, dass man es richtig anwenden kann?
1) ein sauber hergestelltes Mittel, nach den Vorgaben des HAB (Hom. Arzneimittelbuch)
2) gesunde, durchschnittliche Probanden, die das Mittel nach einem genau festgelegten Protokoll einnehmen, ohne zu wissen was sie einnehmen (verblindet) und alles notieren, was passiert, oder nicht passiert (Gefühle, Empfindungen, Schmerzen, Gefühle, Gedanken, Träume usw.; einfach "alles was sie als anders als sonst empfinden".
3) Es muss auch ein Vorprotokoll, bevor die ganze Prüfung stattfindet, geführt werden, um vielleicht gewisse Symptome und Empfindungen, die dem Patienten normalerweise auch eigen sind, später von den aufgeschriebenen Symptomen abzuziehen.
4) Ein Protokollführer, der auch nicht weiss, wer welches Mittel eingenommen hat und so völlig vorurteilsfrei die Symptome und Empfindungen am Ende der Prüfung genau, bei jedem Probanden zu notieren und somit eine Symptomenliste erstellen.
Wenn die Prüfung nach allen Regeln der Kunst durchfeführt wurde, kann man aufgrund dieser Protokolle, die man dann miteinander verbindet, bereits die allgemeine Wirkrichtung des Mittels erkennen und einsetzen.
Heutzutage kommen natürlich immer mehr Symptome und Wirkungen in die Symptomenreihen, die man aus Erfahrung am Krankenbette gewonnen hat.
Diese sind, und dies entspricht meiner Meinung, unerlässlich um das Miasma des Mittels herauszufinden und um zu erkennen bis zu welchen Pathologien das Mittel wirkt; denn in der Prüfung können sie ja niemals einem Probanden solange das Mittel geben, bis er eine effektive Krankheit entwickelt.
So haben wir am Schluss dann das Wissen zu einem Arzneimittel zum Teil aus der Arzneiprüfung, zum Teil aus der Familienzugehörigkeit und deren Folgeschlüsse und die klinischen Erfahrungen (Heilungsprotokolle).
Das kann bei einem Polychrest (also ein Mittel, welches bereits seit langem bekannt ist, mit dem bereits mehrere Prüfungen durchgeführt wurden und das schon häufig seine Heilwirkungen am Krankenbett unter Beweis gestellt hat), z.t. 100 Seiten mit Symptomen ergeben.
Des Homöopathen Aufgabe ist es nun, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu erkennen, welche Symptome wirklich wichitig sind, d.h. Symptome, auf die man sich verlassen kann und die beim Vergleich zwischen Krankheitssymptomen und Arzneisymptomen ausschlaggebend sind!!!!
Jeder kann spätestens hier erkennen, dass die klassische Homöopathie zwar auf glasklaren Regeln und Gesetzen beruht, die sich uns immer und immer wieder beweisen, bei der Aufsuchung des "homöopathischsten Mittels" aber eine kleine Lücke besteht, die mit Intuition, Erfahrung, Belesenheit usw. ausgeglichen werden muss.
Und diese "kleine Lücke" gibt natürlich immer wieder Anstoss zu grossen Diskussionen; ja eigentlich ist sie sogar verantwortlich für die verschiedenen Ansätze in der klassischen Homöopathie.
Da alle aber die Grundgesetze der Homöopathie, so wie sie Hahnemann niedergeschrieben hat befolgen und nur in der Gewichtung der Symptome oder der Herangehensweise sich unterscheiden, gelten all diese Richtungen als "klassisch-homöopathisch", was auch richtig so ist.
Hier möchte ich meine Ausführungen zu den homöopathischen Mittel beenden.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann mailen Sie diese über das Kontaktformular .
Ich gebe Ihnen gerne weitere Auskünfte
Markus Flück
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