Die Nosoden
Allgemeines
Im eigentlichen Sinne sind die Nosoden, nach gültigen homöopathischen Gesetzen hergestellt, ganz "normale" potenzierte Heilmittel.
Führt man mit diesen Mitteln Prüfungen an Gesunden durch, um eine Symptomensammlung zu erhalten, kann man diese Nosoden ganz nach den gültigen Gesetzen der klassischen Homöopathie verschreiben.
Gewisse Erkenntnisse, die sich aus den Erfahrungen mit der Anwendung dieser Heilmittel ergaben führten dazu, diese in neuerer Zeit auch nach den Gesetzen der ISOPATHIE zu verschreiben.
Ob dies Sinn macht oder nicht, wird hier nicht näher diskutiert. Zu erwähnen ist nur, dass auch ich bereits sehr positive Erfahrungen mit dieser Form der Anwendung gemacht habe!
Ueberblick über die Themen
Nosoden - Krankheitsprodukte
Nosoden - etwas homöopathisches - oder?
Was sind NOSODEN
Anwendung der Nosodentherapie
DIE DARMNOSODEN
DIE ERBNOSODEN
Was heisst das nun für Sie als Patient/In
Nosoden - Krankheitsprodukte
Ein Bild über die Pestilencia im Mittelalter
DIE gefürchtete, unbeschreiblich "ansteckende" Krankheit, deren damals wohl 1/4 der Weltbevölkerung zum Opfer fielen. Es war der speiende Drache; das Ungeheuer und eben auch DAS UNBEKANNTE! Wo kam es her? Wie bekommt man es? Wie könnte man es heilen? Hahnemann lebte zwar nicht zur Zeit als die Pest wütete, aber andere Seuchen. Und seine Erfolge waren über die Grenzen bekannt......
Nosoden - etwas homöopathisches - oder?
Die Nosodentherapie, und da müsste mir wohl jeder klassische Homöopath beipflichten, wurde eigentlich bereits von Samuel Hahnemann, sagen wir mal so, zumindestens akzeptiert und als EINE Möglichkeit gesehen. Obwohl er selber wohl sehr skeptisch zu dieser Art von Mittel stand, liess er doch einer seiner grössten Schüler, nähmlich Constantin Hering gewähren, als dieser, 1834/35 aus dem sero-purulenten Inhalt eines Krätzbläschen der Skabies (auch Milbenkrankheit oder Krätze genannt) eine 30. Dilution herstellte und eine Arzneimittelprüfung damit machte. Er konnte ca. 430 Symptome eruieren, welche er Hahnemann mitteilte.
Und wie gesagt, liess er ihn gewähren. Und das hiess bei Hahnemann schon viel. Denn er war durchaus nicht dafür bekannt, etwas was er als "nicht gut" einstufte, einfach zu tolerieren. Man lese nur mal sein "Organon der Heilkunst"......
Aber sicherlich war es nicht das was er im Zentrum der Homöopathie sehen wollte, da es eben Homöopathie heisst (Aehnliches heilt Aenliches) und nicht Isotherapie (Gleiches heilt Gleiches).
Deshalb wurde auch die Nosodentherapie von Hahnemann NIE in einer seiner 6 Auflagen des "Organon's" aufgenommen.
Ist es nun eine homöopathische Therapie?
Auf der einen Seite muss man ganz klar NEIN dazu sagen, wie ich das schon oben, mit den Begriffen, erklärt habe.
Andererseits erfüllt die Nosodentherapie alle Gesetze, die an ein homöopathisches Mittel gestellt werden:
1) frisches Produkt
2) Verdünnung und Verklepperung genau nach den homöopathischen Anweisungen
3) Arzneimittelprüfungen und somit Herstellung eines Arzneibildes, auf das man verschreiben kann.
So kann man sicherlich abschliessend sagen, dass es heute wohl keinen "klassischen Homöopathen" mehr gibt, der NICHT auch mit Nosoden therapiert
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Was sind NOSODEN
Pilzbefall eines Baumes
Auch solche Pilze können in der Homöopathie, nach entsprechendem Verfahren, eingesetzt werden.
Dazu möchte ich den Altmeister unter den klassischen Homöopathen, J. Mezger zitieren:
"Als Nosoden bezeichnet man aus dem kranken Organismus entnommene Stoffe, die man an der Entstehung der Krankheit als ursächlich beteiligt betrachtet und als Arzneimittel gegen diese Krankheit anwendet.
Es werden zum Beispiel: Eiter bei Sepsis ( Blutvergiftung ), Sputum bei Pertussis ( Keuchhusten) oder Lungentuberkulose, der Inhalt der Hautausschläge der Pocken oder Sekrete gonorrhoischer oder syphilitischer Affektionen ( Erkrankungen ) oder der Abstrich diphtherischer Tonsillen ( Mandeln ) nach vorausgehender Sterilisierung durch Hitze nach homöopathischen Gesichtspunkten potenziert und gegen die entsprechende Krankheit als Heilmittel verwendet, die als Nosoden Verwendung finden....."
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Anwendung der Nosodentherapie
1) Alle Nosoden können als spezifisches Heilmittel, als Isotherapeutikum bei der entsprechenden Krankheit angewendet werden, der sie entstammen. Im Allgemeinen werden sie in diesem Falle als Zwischenmittel, neben den angezeigten homöopathischen Mitteln gereicht
2) Mit einem Teil der Nosoden wurden auch Arzneimittelprüfungen vorgenommen und auf diese Weise ein Arzneimitel gewonnen. Dieses wurde durch Symptome der entsprechenden Krankheit und weiter durch Symptome, welche man bei der Anwendung der Nosode am Kranken beobachtet hat, ergänzt. Diese Nosoden können also nicht nur bei der spezifischen Krankheit, sondern auch nach der Ähnlichkeit des Arzneimittelbildes verordnet werden.
3) Nach überstandener Krankheit stellen Nosoden ein ausgezeichnetes Mittel dar, die im Mesenchym ( embryonales, einzelliges Bindegewebe ) abgelagerten Toxine ( Gifte ) zur Ausscheidung zu bringen. Oft genug handelt es sich bei solchen Fällen nicht nur um die Ausscheidungen der Erregertoxine, sondern auch noch um Restbestände der Erreger mit latenten Krankheitsherden, sowie um nicht mehr pathogenetische ( krankmachende ) Erregeransiedlungen ( Dauerausscheider )
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DIE DARMNOSODEN
Wenn man in der Medizingeschichte weit zurück geht, erkennt man, aus all den überlieferten Schriften, dass zu allen Zeiten (ob in der Antike, dem Mittelalter, der Aufklärung oder Renaissance usw.) der Darm IMMER eine spezielle Rolle in jedem Krankheitsgeschehen beigemessen wurde.
Man sieht das dies auch heute noch sehr gut in verschiedenen Heilsystemen, die der Darmreinigung einen gewichtigen Faktor in der Heilbehandlung eines kranken Menschen zugestehen.
Ein berühmter Satz dazu: "DER TOD SITZT IM DARM"
Wie Sie gut wissen, werden auch heutige Diäten, zum Teil auch Medikationen und sehr selten sogar chirurgische Eingriffe gemacht, um die Darmreinigung zu fördern.
Anfang dieses Jahrhunderts hat ein namhafter Chirurg, der der Meinung war, dass praktisch alle chronischen Erkrankungen von einer "Selbstvergiftung" durch die Darmbaktereien herstammen, häufig einen Teil des Dickdarmes entfernt. Erstaunlicherweise besserten sich danach viele dieser Krankheiten (eine genaue Analyse des "Wieso?" will ich hier nicht anstellen und jeder kann seine eigenen Gedanken dazu machen)
Heute wissen wir, dass unser Verdauungstrakt von allergrösster Bedeutung ist. Er hat nicht nur eine grössere Oberfläche als unsere Haut, sondern ist auch imstande, in viel grösserem Umfang als die Haut, Stoffe aus dem Inhalt zu resorbieren (aufnehmen und in den Körper bringen).
Durch den Darm gehen ja bekanntlich alle unsere unverzichtbaren Nährstoffe und der Darm hat die Aufgabe, das was nützlich und gut ist, vom Unnützen oder sogar Gefährlichen zu trennen.
Die Anpassungsfähigkeit unseres Darmes an völlig unterschiedliche Nahrungsmittel ist sicherlich ein Naturwunder.
Deshalb möchte ich Sie über diesen Link zum speziellen Thema der DARMNOSODEN führen.
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DIE ERBNOSODEN
Als Erbnosoden werden heute die 5 Nosoden genannt, die auf die Grundmiasmen, welche ich auf der Seite Die chronischen Krankheiten - Miasma dargestellt habe, einwirken.
Sie sind also sehr tiefgehende Nosoden, da sie auf die miasmatischen Grundreaktionsformen ( Psora, Tuberkulinie, Sykose, Syphilinie und Cancerinie ), welche, wie erklärt, eben auch vererbt werden können, einwirken und so, die krankhaft veränderte Reaktionsform, per Information wieder in eine gesunde Reaktionsform wandeln können.
Die Erbnosoden haben meistens den Namen des Miasmas, auf das sie einwirken:
Psorinum
Tuberkulinum; auch Bacillinum (von J.C. Burnet hergesellte Tuberkulinie - Nosode)
Medorrhinum
Luesinum
Carcinosinum
sie alle haben also einen tiefen miasmatischen Effekt und weil sie eben auch auf die ererbten Miasmen einwirken können, den Namen Erbnosoden erhalten.
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Was heisst das nun für Sie als Patient/In
Die Nosodentherapie in dieser, wie oben beschrieben, Art und Weise angewendet, verändert sich in der homöopathischen Therapie nichts. Viele Homöopathen sagen schon gar nicht, dass sie nun, als Zwischenmittel oder gemäss dem Arzneimittelbild als Hauptmittel eine Nosode anwenden und viele Patient/Innen möchten es wohl auch gar nicht wissen.
Denken Sie immer daran, auch wenn das geschriebene zum Teil "eklig" anmutet und Sie sich sagen: "...und das soll ich einnehmen?", es sich bei den homöopathischen Globuli immer nur noch um Information geht. Sie werden KEINEN chemischen Stoff mehr nachweisen können. INFORMATION, nichts weniger, aber auch nichts mehr!
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