Die hom. Behandlung akuter Krankheiten
Einleitung
Das Wissen um die Möglichkeiten der klassischen Homöopathie ist leider immer noch reduziert auf die Idee, dass die Homöopathie, wie auch alle anderen komplementären Heilmethoden vorallem leichte, chronische Leiden verbessern, eventuell heilen kann.
Diese Meinung ist verständlich, denn wie sollte das gehen, dass eine Heilmethode, die mit "Kügelchen" arbeitet, die keine Nebenwirkungen haben und in denen nicht einmal mehr ein Wirkstoff nachweisbar ist, auf Krankheiten Einfluss nehmen kann, die eine solche zerstörerische Kraft haben, dass sie Menschen "verkrüppeln", oder im schlimmsten Fall sogar töten kann;
wenn nicht einmal die Schulmedizin mit ihren kräftigsten Medikamenten, bei denen man einige Nebenwirkungen hinnehmen muss, diese Krankheiten stoppen, geschweige denn heilen kann!
Im folgenden Abschnitt möchte ich mit Ihnen eine kleine Reise durch die Geschichte der Medizin machen, um Ihnen aufzuzeigen, dass Homöopathie, trotz der "wissenschaftlichen Fragwürdigkeit" heilen kann; egal welcher Natur die Krankheit auch ist. Ich gehe diesen Weg, weil diese Medizingeschichte "fact" ist und nur schwer angezweifelt werden kann.
Das Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch Stiftung in Deutschland, dessen Arbeitsschwerpunkt die Sozialgeschichte der Medizin ist, wird den Skeptikern sicherlich gerne "weiterhelfen". http://www.igm-bosch.de
akute Krankheiten

Ein kurzer Abstecher zurück in die Zeit Hahnemann's, dem Begründer der Homöopathie sei mir gestattet.
1810: Leute werden krank, genauso wie heute. Die interessanteste Frage ist natürlich, was für Krankheiten und Leiden damals dominierten. Es waren vorallem akute Krankheiten, und gewisse chronische Krankheiten (Seuchen), die wir heute nur noch selten in der westlichen Welt erleben.
Welcher Natur waren denn die akuten Krankheiten? Und was machte die Medizin dagegen?
Im Vordergrund standen Infektionskrankheiten, da die hygienischen Verhältnisse mit denen von heute nicht zu vergleichen sind. In den Städten, das muss man sich vorstellen, lebten die Leute sehr eng aufeinander. Es gab kein fliessendes Wasser im Haus oder Toiletten oder Waschmaschinen. Alles wurde ein bischen hier und ein bischen dort gemacht, und das Wasser, das gebraucht wurde floss irgendwo zusammen. Wäre der Verunreinigungsgrad unseres Wassers wie damals, würde wohl keiner mehr auch nur in die Nähe socher Gewässer und Stadtbäche gehen. Die Leute aber tranken davon, waschten sich darin und entsorgten auch viele Dinge in dessen Nähe.
Da die Leute und auch Medizinier noch keine Ahnung von Bakterien und Viren hatten, war man sich auch nicht im klaren, was all diese akuten Krankheiten auslösen würde. Es gab verschiede Vorstellungen. Die Einen sprachen von falschen Säftemischungen im Körper, andere redeten von möglichen kleinen Tierchen die in den Bärten der Seemänner in die Städte gebracht wurden oder von den bösen Ausdünstungen aus den Moorgebieten. Viele andere Ideen grasierten.
Und die Therapie? Aderlässe, Darmspühlungen, Brechmittel, Fiebermittel; alles theoretische Kuren, dessen wahre Wirkungen keiner kannte; aber man kannte ja auch die Ursache der Krankheiten nicht.
Zu dieser Zeit brachte Hahnemann die Homöopathie aufs Tapet. Eine Medizin, die genau wusste, welche Heilmittel was für Symptome machten (sie wurden ja an gesunden Menschen geprüft) und WIE man die Heilmittel anwenden musste, damit Heilung entstehen konnte.
Und so wurde die Praxis von Dr. Hahnemann vorallem, und das ist hier eben sehr wichtig, von akuten Kranken besucht. Diese Leute waren zum Teil schwer akut krank, das kann man sich ja vorstellen, bei diesen Verhältnissen.
Man kann heute die ganzen Krankenjournale die Hahnemann sehr genau über jeden Patienten führte studieren. Dort findet man all die Heilungen solcher akuten Fälle, aber auch die Misserfolge. Die offizielle "Schulmedizin", die vorallem oben erwähnte Therapien anwendeten, hatten nicht annähernd den Erfolg, den Hahnemann und seine Schüler mit der Homöopathie hatten. Man würde heute von einer normalen ärztlichen Praxis, mit aber viel schwereren akuten Leiden sprechen, wenn man die "Krankengeschichten" durchliesst. Viele dieser Krankheiten sieht man heute gar nicht mehr. Dafür haben wir nun die Praxen voll von schweren chronischen Krankheiten, die es in dem Ausmass, wiederum zu Hahnemann's Zeiten nicht gab. Woher kommt wohl dieser Verschiebung??
2005: Heute "weiss man" woher die meisten dieser akuten Krankheiten kommen. Man kann sie heute also so behandeln, wie die heutige Schulmedizin es macht (mit Antibiotika und anderen chemisch hergestellten Mitteln), oder wie damals, 1810, mit klassischer Homöopathie. Die Heilerfolge der Homöopathie sind mit denen der "Schulmedizin" gleichzusetzen. Dies kann ich, als Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, aus Erfahrung berichten.
Alle akuten und subakuten Infektionskrankheiten und auch die "nicht-infektiösen" akuten Krankheiten können homöopathisch behandelt werden.
Es gibt aber einen strukturellen Unterschied:
Als Homöopath muss ich, um das richtige Mittel zu finden, etwas länger mit dem Patienten reden (ich brauche ja Symptome, keine Diagnose) und muss dann, in der Folge, mit den vorhandenen Symptomen und Beschwerden das genau passende "akute Mittel" finden. Und "leider" braucht es genau dieses EINE Mittel, welches hilft. Und das ist das Simile! (bezüglich der Grundsätze der Homöopathie, klicke hier).
Während die Schulmedizin für jeden Patienten mit einer bestimmten Diagnose dasselbe Mittel braucht, und da gibt es sogar noch Spielraum (ob ich bei einer "bronchitis" ein Makrolidantibiotikum gebe oder ein Aminopenicillin ist, wenn ich es nicht mehr genau weiss, nicht so wichtig; beide werden helfen), kann es in der Homöopathie passieren, dass man bei 10 Patienten mit derselben Diagnose 10 Mal ein anderes Mittel braucht, da die Therapie ja auf die individuelle Symptomatik des kranken Menschen abgestimmt werden muss und nicht auf die Diagnose. Das ist auch der Grund, wieso man in der Schulmedizin 40 - 50 Patienten im Tag "drannehmen" kann, während man in der Homöopathie bereits bei 10 akuten Fällen absolut ausgelastet ist.
Wo aber liegt nun das Problem der Homöopathie, das es manchmal "nicht funktioniert"?
Hat der Patient nur ganz wenige Symptome und ist sonst völlig gesund, kann es recht schwer werden, auf den 1. Schlag das richtige Mittel, sprich: simile zu finden; so braucht es manchmal 2 oder 3 verschiedene Mittel, bis das richtige gefunden ist. Denn das Hinderniss ist eben, dass ausser dem "simile" kein Mittel "ein bischen" hilft!! Deshalb bleibt man bei einer akuten Therapie auch meistens in telef. Kontakt mit dem Patienten, bis man an der Reaktion des Patienten erkennt, dass er das richtige Mittel hat.
Wichtig! Falsche Mittel haben KEINE NEBENWIRKUNGEN!!
Diese Unsicherheit in der Mittelfindung führt natürlich zur Grenze dessen, was man machen kann oder darf. D.h. dass die Grenze durch mich und mein Wissen um die homöopathischen Mittel gesteckt wird. Denn, wenn ich mir bei einem akuten Fall nicht binnen kürzester Zeit sicher bin, das richtige Mittel zu haben, dann darf ich keine weitere Zeit verschwenden um das simile zu finden, sondern muss auf die Methode ausweichen, bei der ich mit 100% Sicherheit weiss, welches Mittel jetzt gerade gebraucht wird. Und das ist natürlich in meinem Fall, die Schulmedizin. Diese Grenze zu kennen und im vorliegenden Fall zu erkennen, ist auch ein Teil der Kunst eines guten Homöopathen.
Die Heilung selber geht in der genau gleichen Geschwindigkeit vonstatten, wie mittels schulmedizinischer Tabletten. Auch da herrscht eine falsche Meinung. Man denkt, dass die Homöopathie viel langsamer wirkt. Das Gegenteil ist häufig der Fall.
Bei rasanten akuten Krankheiten wirken die hom. Mittel rasant und bei langsamen chronischen Krankheiten, wirken sie lansam und tief!
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